Die klimatischen Bedingungen auf dem Berg Hochwald (u.a. auch im Vergleich zum Vorland des Zittauer Gebirges) können wie folgt charakterisiert werden:
(Statistiken der Wetterstation können Sie hier abrufen - Link)

- Temperatur: Die mittlere Jahrestemperatur wird für den Berg Hochwald auf ca. 5 °C geschätzt. Das sind ca. 3 K weniger als in der Stadt Zittau.

Die mittlere Jahrestemperatur in den einzelnen sächsischen Regionen zeigt folgendes Bild - u.a. sind auch die Unterschiede zwischen Zittauer Becken und Zittauer Gebirge zu erkennen.

 

Temperatur Sachsen
Mittlere Jahrestemperatur sächsisch-böhmische Mittelgebirge 1961-1990 / 1991-2010;
Quelle: Publikation "
Der Klimawandel im böhmisch-sächsischen Grenzraum", Seite 14;
Herausgeber: Freistaat Sachsen, Landesamt für Umwelt. Landwirtschaft und Geologie

- Niederschlag: Der jährliche Niederschlag sollte am Hochwald einen Wert von ca. 800 bis 900 mm erreichen. Im Vergleich zum Zittauer Becken sind das ca. 200 mm mehr. Insbesondere bei süd- und südwestlichen Wetterlagen kommt es am Zittauer Gebirge zu Stauerscheinungen, wodurch im Gebirge mehr Niederschlag fällt als im nördlich (im Regenschatten = Lee) gelegenen Zittauer Becken. Diese Stauerscheinungen sind im Lausche - Weberberggebiet noch ausgeprägter. Der Jahresniederschlag dürfte in diesem Gebiet knapp 1.000 mm betragen. 

Im Unterschied zum Erzgebirge sind die Stauerscheinungen bei nordwestlichen Lagen im Zittauer Gebirge allerdings weniger intensiv. Hintergrund ist der Regenschatten (Lee) des westlich und nordwestlich gelegenen Lausitzer Berglandes.

Nachfolgende Bilder zeigen die Jahresniederschlagshöhe in Sachen sowie in der Zittauer Region. Aus diesen lässt sich sowohl der Anstieg des Niederschläge vom Zittauer Becken (ca. 600 - 750 mm/a) zum Zittauer Gebirge (ca. 800 - 900 mm/a) als auch die höheren Niederschlagsmengen am Kamm des Erzgebirges (teilweise > 1.000 mm/a) ableiten. Eindrucksvoll sind auch die signifikant höheren Niederschlagsmengen im Isergebirge (ca. 20 km östlich von Zittau). Aufgrund der räumlichen Ausrichtung des Isergebirges kommt es bei fast allen Anströmungen zu Stauerscheinungen und demzufolge intensiveren Niederschlägen. 

Regenmenge Sachsen
Jährliche Regenmenge Sachsen 1961-1990;
Quelle: Publikation "
Sachsen im Klimawandel, Eine Analyse", Seite 75;
Herausgeber: Freistaat Sachsen, Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft

Regenmenge Sachsen
Jährliche Regenmenge sächsisch-böhmische Mittelgebirge 1961-1990 / 1991-2010;
Quelle: Publikation "
Der Klimawandel im böhmisch-sächsischen Grenzraum", Seite 24;
Herausgeber: Freistaat Sachsen, Landesamt für Umwelt. Landwirtschaft und Geologie

Regenmenge Sachsen
Jährliche Regenmenge Tschechien (Auszug) 1981-2010;
Quelle: Tschechischer Wetterdienst, Český hydrometeorologický ústav (CHMU)

Regenmenge Ostdeutschland
Jährliche Regenmenge Mitteldeutschland;
Quelle: DDR-Schulatlas für die 4. und 5. Klasse, Seite 18 (Klima), ca. 1980
;
Herausgeber: Hermann Haack, Geographisch-Kartographische Anstalt, Gotha


- Wind: Aufgrund der exponierten Lage des Hochwaldgipfels sind hier starke Winde (auch mit Geschwindigkeiten um 100 km/h) nichts ungewöhnliches. Gegenüber dem Zittauer Becken ist der Hochwald sehr windreich.

- Böhmischer Wind: Der Böhmische Wind ist für das Zittauer Gebirge, die Oberlausitz und auch den Raum Dresden im Herbst und Winter ein typisches Wetterphänomen. Dieser entsteht, wenn hoher Luftdruck (Hochdruckgebiet) in Tschechien und niedriger Luftdruck in den umgebenden Gebieten vorherrschen. Hierdurch entstehen südliche Winde, welche kalte Luft aus dem Böhmischen Becken nach Norden transportieren. Diese Winde sind oft kräftig und böig. Zugleich herrscht im Böhmischen Becken eine Inversion (kalte Luft am Boden und warme Luft in der Höhe), an der Grenzschicht zwischen der Kaltluft und der Warmluft (in ca. 700 bis 900m Höhe) bildet sich Hochnebel. Durch den südlichen Wind überströmt der Hochnebel den Kamm des Zittauer Gebirges. Von Zittau aus gesehen, ist das Zittauer Gebirge dann in "Nebel eingehüllt". Teilweise treiben die "Nebelfetzen" aber auch bis weit in das Zittauer Becken.       

- Nebel: Der Berg Hochwald ist aufgrund der Höhenlage durch viele Nebeltage gekennzeichnet. Ebenso kommt es im Zusammenhang mit dem Böhmischen Wind häufig zu Nebel. Bei gleichzeitigen Frost kommt es dann zu signifikanten Raureifablagerungen an den Bäumen. In einigen Jahren erreichen diese Mächtigkeiten, welche Äste und gar kleinere Bäume zum Brechen bringen.  

- Analysen:
Statistiken und erste Analysen zum Wetter auf dem Hochwald gibt es hier